Der Saatgut und Gentechnik Gigant Monsanto sieht in den Vereinigten Staaten zwei Klagen entgegen. Besonders interessant finde ich die Klage einer Gruppe texanischer Baumwollpflanzer gegen Monsanto und Bayer Cropscience, diesmal sind es nicht die üblichen Verdächtigen die den Konzern vor den Kadi zerren. Diesmal sind es die, mit den Erfolgen der Gentechnik beglückten selbst die auf Schadenersatz klagen. Hauptklagepunkt: Monsantos gentechnisch veränderte herbizidresistente Neuzüchtung „RoundUp Ready“ Cotton weigert sich einfach das zu tun was die Gentechniker programmiert haben: „RoundUp“, ein Totalherbizid aus dem Hause Monsanto, zu tolerieren und benehmen sich wie jede anständige Pflanze im Falle des Kontaktes mit „RoundUp“ – sie machen einfach sich vom Acker. Ob Monsanto seine Gentechniker bei Winzig-Weich einkauft?
Texas farmers sue Monsanto and Bayer Cropscience for deception gefunden über Network Of Concerned Farmers (Quelle: GMWatch)
Eine zweite Klage richtet sich in erster Linie gegen das USDA (U.S. Department of Agriculture). Vorwurf: Das USDA hat Monsanto die Vermarktung von gentechnisch verändertem Alfalfa (Luzerne) Saatgut erlaubt, bevor die Tests über den Einfluss der herbizidresistenten Sorte abgeschlossen waren:
“The USDA failed to do a full environmental review when they deregulated this genetically engineered alfalfa,” said Will Rastov, an attorney for Center for Food Safety, one of the plaintiffs. “They’re going to wreak untold dangers into the environment.”
The lawsuit asks the federal court in San Francisco to rescind the USDA’s decision until a full environmental review has been completed.
Luzerne ist eine der Hauptfutterpflanzen in der Wiederkäuerfütterung (nicht nur in der Öko-Landwirtschaft) und auch ein bedeutendes Exportgut, besonders nach Japan und Südkorea, die bereits angekündigt haben, dass sie den Import eventuell einstellen werden:
The group says biotech alfalfa would also hurt production of organic dairy and beef products as alfalfa is a key cattle feed. And the suit claims farmers could lose export business, valued at an estimated $480 million per year, because buyers in Japan and South Korea, major importers of U.S. alfalfa, have indicated they would avoid buying U.S. alfalfa once the genetically engineered variety is released.
Des Weiteren ist Luzerne eine der wichtigsten „Tragenden Früchte“ innerhalb der ökologischen Landwirtschaft, die durch die Fähigkeit der Luftstickstoffbindung ein wesentlichen Beitrag zur Nährstoffbilanz innerhalb der Fruchtfolge leistet. Besonders tragisch ist im Fall der Luzerne, dass die Kreuzbestäubung besonders einfach von Statten geht und eine Kontamination der Gentechnikfreien Bestände nicht vermeidbar ist:
South Dakota alfalfa Farmer Pat Trask, one of the plaintiffs, said Monsanto’s biotech alfalfa would ruin his conventional alfalfa seed business because it was certain his 9,000 acres (=3600HA) would be contaminated by the biotech genes.
Alfalfa is very easily cross-pollinated by bees and by wind. The plant is also perennial, meaning GMO plants could live on for years
“The way this spreads so far and wide, it will eliminate the conventional alfalfa industry,” said Trask. “Monsanto will own the entire alfalfa industry.”
Der letzte Satz des Farmers bezieht sich auf einen besonderen Aspekt der „Geschäftspraktiken“ von Monsanto: Monsanto verklagt Farmer, welche Luzerne ernten, die vermuten lassen , dass die Pflanzen Gene beinhalten, welche unter Patente des Konzerns fallen und das werden demnächst dann alle Pflanzen sein, gewollt oder auch gewollt – von Monsanto. Heuschrecken innerhalb der Fauna werden mir zunehmend sympathischer.
Ebenfalls gefunden über: Network Of Concerned Farmers; Original: Farmers, others sue USDA over Monsanto GMO alfalfa By Carey Gillam, Reuters vom 16.02.2006
Übernommen von: balou gebloggte Welten – Zwei Klagen gegen Monsanto
